Berichte

ETF2013 - Biel
Turnfest | 23.06.2013


Turbulentes Wochenende der Turnfamilie Hellikon am Strumfest in Biel

Die Turnfamilie Hellikon trat mit der Jugend-, der Männer- und der Aktivriege am Eidgenössischen Turnfest in Biel an. Besonders den Herren des Turnvereins wird dieses Wochenende noch lange in Erinnerung bleiben. Sie wurden am Donnerstagabend nach dem Wettkampf vom heftigen Sturm überrascht.

Nachdem das Turnfest am Freitag den 04.06.2013 zum ersten Mal wieder aufgebaut wurde, waren die ersten Turnerinnen und Turner des Turnvereins Hellikon im Nationalturnen und im Turnwettkampf im Einsatz. Im Nationalturnen erreichte René Isch den hervorragenden 18. Rang mit 93.4 Punkten und konnte sich über einen Kranz freuen. Martin Mangold verpasste diesen nur knapp und schloss mit 74.6 Punkten in der Kategorie L2 auf dem 14. Rang ab. Im Turnwettkampf traten Alice Waldmeier, Daniela Roher, Martina Hufschmid, Reto Schlienger, Dominik Meier und Philipp Waldmeier an. Wobei Philipp Waldmeier sich in der Kategorie 35+ mit einer Note von 28.6 eine Auszeichnung erkämpfte. Am Samstag startete die Jugendriege im 3-teiligen Vereinswettkampf. Dieser setze sich aus den Disziplinen Pendelstafette, Unihockeyparcour, Weitsprung, Steinstossen, 800 m und Hindernislauf zusammen. Die Kids erreichten mit 24.52 Punkten den 51. Schlussrang. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte die Jugendriege am Turnfest übernachten und so die Freizeitwettkämpfe und vor allem die verdiente Abkühlung im See richtig geniessen.

Am 2. Festwochenende standen die Vereinswettkämpfe auf dem Programm. Die Herren des Turnvereins Hellikon waren bereits am Donnerstag in Biel im Einsatz. Dies wurde ihnen zum Verhängnis. Mit einer Note von 26.37 erreichten sie das selbst gesetzte Ziel leider nicht ganz. Die Zeit um sich über den Wettkampf zu unterhalten blieb aus. Denn plötzlich zogen schwarze Wolken auf und es begann zu regnen.  Viele Turner flüchteten ins Festzelt, der TV Hellikon sass bereits in der Mitte des Zeltes. Da geschah es, eine Windböe riss das Zelt in die Luft, Panik brach aus und alle wollten wegrennen. Die Flucht aus der Zeltmitte war jedoch nicht möglich, somit blieb nur noch die Möglichkeit sich unter dem Festbank in Sicherheit zu bringen. Kaum war der Spuk vorbei, bot sich ein schreckliches Bild. Das gesamte Areal war ein einziger Trümmerhaufen und man sah nur noch blutüberströmte Gesichter. 9 Turner vom TV Hellikon mussten vor Ort im Spital ärztlich versorgt werden. Neben Schnitt- und Platzwunden am ganzen Körper gab es noch diverse Brüche, eine Rippe, die sich in eine Lunge bohrte und einige Verletzungen an den Gelenken. Die Leichtverletzen begaben sich schnellstmöglich auf den Nachhauseweg. Nur wenige hatten Glück und kamen unbeschadet davon. Den TV Hellikon hat es wohl ziemlich am Stärksten erwischt. Aber dank dem grossen Zusammenhalt untereinander und einer Whatsapp-Gruppe, die es ermöglichte stets auf dem neusten Stand zu sein, wie es den einzelnen geht, wurde diese Krisensituation hervorragend gemeistert.

Nach dieser Schreckensnachricht und einer sehr unruhigen Nacht, trat am Freitag die Abteilung Damen des TV Hellikons einerseits in der Gymnastik und andererseits im 3-teiligen Vereinswettkampf an. Die Turnfestpremiere der Gymnastik gab eine gute Note von 8.51, der 3-teilige Vereinswettkampf brachte eine Schlussnote von 24.22. Neben den Damen waren auch die Männer der Männerriege am Freitag im Einsatz, sie erreichten eine sehr gute Note von 26.10.

Nachdem bekannt war, dass alle Verletzten das Spital wieder verlassen können und wieder auf den Beinen sind, konnte das Fest in Biel doch noch in allen Zügen genossen werden. Auch die Heimgereisten verbrachten in Hellikon einen geselligen Sonntagnachtmittag zusammen. So konnten sie bei einem, wenn auch für einige alkoholfreiem Bier, das erlebte nochmals Revue passieren lassen, es gemeinsam verarbeiten und vor allem wieder zusammen lachen.

Beim offizielle Empfang am Sonntagabend in Hellikon hat der Präsident des TVs die Erlebnisse des Wochenendes schön auf einen Punkt gebracht: Die Topresultate haben wir nicht im Wettkampf sondern Vereinsintern erreicht. An dieser Stelle noch ein grosses Dankeschön an die Vereinsmitglieder des TV Hellikons und alle anderen Helfer, welche sich um die Verletzen gekümmert haben und vor allem ganzen Einsatz geleistet haben die Wettkampfanlagen in einer Nacht wieder herzurichten.

 

Erstellt von Martina Hufschmid am 27.06.2013, letzte Änderung am 27.06.2013